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Betrifft: AvD Pressemeldung 19/2018
06. April 2018
CHECK NACH DEM WINTERSCHLAF
AvD: Wartung von Oldtimern
  • AvD rät zu gründlichem Check nach dem "Winterschlaf"
  • Prüfung des Fahrzeuges mit Probefahrt verbinden
  • Kompliziertere Arbeiten von Fachwerkstätten ausführen lassen

Mit den steigenden Frühlingstemperaturen kommen Cabrios und Oldtimer wieder auf der Straße zum Einsatz. Der Automobilclub von Deutschland (AvD) zeigt, wie das "Schätzchen" auf die erste Ausfahrt vorbereitet werden sollte. Die Prüfung der Fahrzeugtechnik steht neben der Pflege ganz vorne auf der To-do-Liste nach dem Winterschlaf.

 

Betriebsflüssigkeiten und Schmierstoffe kontrollieren

 

Verschleiß findet auch im Stand statt. Der AvD rät, sich einen eigenen Wartungsplan zu erstellen. Auf einem vorderen Platz der Checkliste sind Betriebsflüssigkeiten und Schmierstoffe zu notieren und anschließend im Fahrzeug zu kontrollieren. Getriebeöl, vor allem bei Automatikfahrzeugen, ist regelmäßig auszutauschen. Bremsflüssigkeit zieht Luftfeuchtigkeit an, deshalb ersetzen oder nachgießen, dabei auch Bremssättel und Beläge ansehen. Kühler auffüllen, das hoffentlich noch vorhandene Frostschutzmittel wirkt auch gegen Korrosion. Auch Young- und einige Oldtimermodelle verfügen oft über eine Servolenkung, hier vor allem die Servopumpe und die Hydraulikflüssigkeit kontrollieren. Viele ältere Fahrzeuge weisen dezentrale Schmierstellen auf. Die vorhandenen Schmiernippel, etwa an Antriebswelle, Gelenken oder Lagern mit der Fettpresse behandeln, dabei Schmierpläne des Herstellers beachten. Auch Schlösser und Scharniere sowie Laufschienen von Schiebedächern ölen oder fetten.

 

Ölwechsel bei Oldtimern ist wegen der häufig geringeren Laufleistung nach Zeitintervallen nötig. Der AvD rät zu zweimaligem Tausch im Jahr. Die richtige Sorte richtet sich nach dem Alter der Fahrzeuge. Motoröle vor 1960 enthielten keine Reinigungsstoffe (Dispergier- und Detergiervermögen), nach 1970 nur wenige solcher Substanzen. In älteren, nicht aufgearbeiteten Motoren sind deshalb oft Ablagerungen vorhanden. Moderne Öle mit hoher Reinigungswirkung lösen diese und können den Motor beschädigen. Aber auch bei revidierten Motoren ohne Ablagerungen sollte man vorsichtig sein. Diese vertragen zwar grundsätzlich moderne Mehrbereichsöle, die mechanischen Teile sind aber nicht so präzise eingepasst wie in modernen Motoren, so dass es bei sehr dünnflüssigen Ölen zu Schmiermittelschwund kommen kann. Deshalb lieber ein Einbereichsöl wählen.

 

Thema Reifen

 

Den Reifen ist besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Ob sich durch das Stehen als einseitige Belastung an den Reifen „Standplatten“ entwickelt haben, klärt eine Probefahrt. Legt sich ein etwas holpriges Fahrgefühl nicht nach einigen Kilometern, müssen die Pneus ausgetauscht werden. Wegen geringerer Fahrleistungen sollte das Profil zwar regelmäßig kontrolliert werden, ist aber nicht so oft ein Problem. Jedoch führt der Alterungsprozess der Gummimischungen dazu, dass das Material aushärtet. Alle sieben bis zehn Jahre müssen deshalb die Reifen getauscht werden, auch wenn sie noch „gut“ aussehen.

 

Der Reifenkauf bei Oldtimern kann wegen besonderer Größen und Arten, wie etwa Diagonalreifen, größeren Aufwand bedeuten. Einige Hersteller legen Sonderserien mit neuer Technik, aber alter Optik und entsprechenden Größen auf. Diese sind aber teurer als moderne Standardreifen. Bei der Reinigung von Weißwandreifen helfen nicht zu grobe Topfreinigungskissen mit Seife oder Reinigungsmilch für das Bad. Auch Schleifpapier (180er Körnung) kann vorsichtig mit Wasserzugabe bei hartnäckigem Schmutz verwendet werden.

 

Die Elektrik und Beleuchtung des Fahrzeuges

 

Am Fahrzeug ist der Beleuchtung besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Eine regelmäßige Funktionsprüfung ist anzuraten. Stellt man beschlagene Scheinwerfergläser fest, Glas auf Sprünge untersuchen sowie Halterungen und Dichtungen checken, auch Heizung bzw. die Lüftung einschalten. Stecker und Zündkerzen abziehen bzw. rausschrauben und nachschauen, ob Schmutz oder Rost anhaftet. Mit Kontaktspray bearbeiten, verrußte Kontakte vorsichtig mit feiner Drahtbürste reinigen. Verkabelungen und Kabelbaum darauf prüfen, ob die Ummantelungen und Befestigungen noch in Ordnung sind. Ein Austausch bei Defekten sollte dann eine Fachwerkstatt vornehmen. Der AvD rät, auch den Motorlauf, Vergaser- und Zündungseinstellungen Fachleuten in die Hand zu geben.

 

Unbedingt Probefahrten einplanen

 

Ist das gute Stück den Winter über nicht gefahren worden, ist es wichtig, sich langsam wieder an die Fahreigenschaften des Autos zu gewöhnen. Das sollte mit längeren Probefahrten getestet werden. Muss auf gerader Strecke der Geradeauslauf ständig durch Lenken nachkorrigiert werden ist ebenso eine Werkstatt um Rat zu fragen, wie bei verzögerter Reaktion der Vorderräder auf Lenkbewegungen. Auch Richtungsveränderungen des Wagens beim Bremsen bedürfen eines genaueren Nachsehens. Man sollte die Handbremse beim Check nicht vergessen: Bei längeren Standzeiten rostet sie nicht selten fest. Hat die Bremse einen ungewöhnlich langen Hebelweg, ist das Seil nachzustellen oder auszutauschen.

 

Der 1899 als Deutscher Automobilclub DAC gegründete AvD ist als traditionsreichster Automobilclub hierzulande Mitbegründer des Weltverbandes FIA (seit 1904) und von Anbeginn maßgeblich für Verkehrssicherheit, Tourismus und Sport engagiert. Er vertritt die Belange von 1,4 Millionen Mitgliedern und Kunden in allen Bereichen der Mobilität. AvD – MOBILITY & MORE!

 
Betrifft: AvD spricht sich gegen Diesel-Fahrverbote aus
04. März 2018
  • Bedürfnisse von Pendlern und Wirtschaftsverkehr sind zu berücksichtigen
  • Luftbelastung nimmt seit Jahren ab
  • AvD fordert Masterplan Mobilität von neuer Bundesregierung

 

Der Generalsekretär des Automobilclub von Deutschland (AvD) sagt zu den heute vom Bundesverwaltungsgericht getroffenen Entscheidungen über die Luftreinhaltepläne von Stuttgart und Düsseldorf:

 

„Fahrverbote bedeuten die Enteignung von Millionen von Dieselbesitzern und Fahrern. Der AvD spricht sich deshalb gegen solche Verbote aus. Wir fordern, dass auf die Belange von Pendlern und dem Wirtschaftsverkehr mehr Rücksicht genommen wird.“

 

Einfahrverbote und die mit diskutierte blaue Plakette sind unverhältnismäßig. Der AvD spricht sich ausdrücklich gegen Fahrverbote für ältere Dieselautos, deren Abgasreinigungsanlage nicht der Norm Euro 6 entspricht, aus. In Deutschland waren Anfang 2017 rund 15 Millionen Dieselautos zugelassen. Rund 2,7 Millionen davon waren Euro-6-Diesel. Je nach Ausgestaltung wäre also die große Mehrheit von Fahrverboten betroffen.

 

Der AvD geht davon aus, dass die Belastungen durch Stickoxide (und auch Feinstaub) kontinuierlich abgenommen hat, laut Umweltbundesamt senkte sich der Ausstoß von Stickoxiden seit 1990 von damals 2900 Kilotonnen auf 1190 Kilotonnen 2015. Dazu kommt die eher zufällige Verteilung an konkreten Messpunkten, wo sich Schadstoffe (inklusive Feinstaub) aufgrund von Wetterlagen und sonstigen Einflüssen verteilen bzw. ballen. Die vorliegenden Daten rechtfertigen auf keinen Fall solch einschneidende Maßnahmen.

 

Den geplanten Ausschluss von Dieselfahrzeugen zur Verbesserung der Luftqualität aus Innenstädten durch die Politik hält der AvD für unausgegoren. Sowohl Fahrverbote als auch die Einführung der blauen Plakette ignorieren die Tatsache, dass der PKW-Verkehr nur einen Teil der Emissionen in Städten verursacht. Lkw-Verkehr, Flussschiffahrt, Wärmeerzeugung für Privathaushalte und die Industrie verursachen einen Großteil der Belastung, ohne dass diesen Emittenten ein gleichgewichtiger Beitrag zur Schadstoffsenkung abverlangt wird.

 

Der AvD hält die Potentiale der Verbrennungsmotoren, insbesondere des Diesels, in naher Zukunft noch nicht für ausgeschöpft. Dieselmotoren, die die Grenzwerte der neuen Euro 6 Norm einhalten, emittieren so wenige Schadstoffe wie noch keine Motorengeneration zuvor. Ein kompletter Umstieg auf Benzinfahrzeuge führt zudem wieder zu höheren Kohlendioxidemissionen. Mögliche Potentiale alternativer Antriebe mit Elektro- oder Brennstoffzellen-Motoren sind gegenwärtig noch nicht mit letzter Sicherheit abschätzbar. In diesen Bereichen muss nach Überzeugung des AvD noch viel Forschung und Entwicklung vorangetrieben werden.

 

Deshalb fordert der AvD einen Masterplan für Mobilität für alle Verkehrsteilnehmer von der neuen Bundesregierung, der Rücksicht auf die Pendler und den Wirtschaftsverkehr nimmt und diesen Planungssicherheit gibt.

 

Der 1899 als Deutscher Automobilclub DAC gegründete AvD ist als traditionsreichster Automobilclub hierzulande Mitbegründer des Weltverbandes FIA (seit 1904) und von Anbeginn maßgeblich für Verkehrssicherheit, Tourismus und Sport engagiert. Er vertritt die Belange von 1,4 Millionen Mitgliedern und Kunden in allen Bereichen der Mobilität.

Der AvD – MOBILITÄT & MEHR!

 

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