Altes Blech auf Rädern …

 

Natürlich denken wir reflexartig an unsere TRs. Ist in diesem Zusammenhang sicher nicht falsch, aber es gibt auch altes Blech, besser gesagt altes Eisen auf Schienen, das weit vor der TR-Zeitrechnung ganze Kontinente erschlossen hat. Die Erfindung der Dampflock geschah in

  • Amerika: 1826 durch John Stevens,
  • Großbritannien: zu Beginn des 19. Jahrhundert -vorausgegangen war die  Erfindung der Dampfmaschine - der bekannteste Erfinder ist James Watt - ,
  • Deutschland: Johann Friedrich Krigar. Die erste Dampflock fuhr am 07. Dezember 1835 von Nürnberg nach Fürth namens „Adler“.

Aber das ist ja Allgemeinwissen.
Viele Leser möchten sicher wissen, wie eine Dampfmaschine funktioniert. Da kann ich nur auf den Film „Die Feuerzangenbowle“ mit Heinz Rühmann als „Schöler Johann Pfeiffer“ und Paul Henckels als „Professor Bömmel“ verweisen. Die einfache und auch für Laien verständliche Erklärung ist: Dat is ne große runde schwarze Raum. Und der hat zwei Löcher. Dat eine Loch kommt der Dampf rein, und das andere Loch, dat kriegen mer später. Damit dürften (fast) alle Fragen geklärt sein.
Uwe Hoffmann liebt altes Blech in Form eines TR4 auf der Straße und z. B. historische (Dampf)Loks auf Schienen. Somit war es nur folgerichtig, uns zu einer Ausfahrt in Richtung Bruchhausen-Vilsen einzuladen. Dort wurde das 120jährige Bestehen der Kleinbahn nach Asendorf mit einem historischen Wochenende am 05. Und 06. September gefeiert.

 

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Für Nicht-Nordlichter: die genannten Ortschaften liegen ca. 40 km südöstlich von Bremen. Die Kleinbahnen waren früher für den Transport von überwiegend landwirtschaftlichen Produkten und den Postverkehr (in einem Waggon wurde die Post während der Fahrt bearbeitet und in die Zielfächer sortiert), weniger für den Personenverkehr, gebaut worden. Sie wurde von den Gemeinden und Kreisen Ende 19. und Anfang 20. Jahrhundert, kurz nach Einführung des preußischen Kleinbahngesetzes, geplant, gebaut und betrieben. Die Kleinbahn brachte so den technischen Fortschritt auf das platte Land. Geld war immer knapp, und so wurde einfach und zweckmäßig gebaut (gibt es da vielleicht spätere Parallelen zur britischen Autoindustrie?). Die Loks waren robust und auf Langlebigkeit konstruiert, die Waggons waren bescheiden mit Holzbänken möbliert.

 

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Zurück zu unserem Zielort Bruchhausen-Vilsen. Welch eine Überraschung, Clubkollegen aus den Gruppen Hannover und Bremen hatten dasselbe Ziel. Auf der Suche nach einem geeigneten Parkplatz konnten wir bei einer alten Tankstelle parken.

 

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Sie ist Teil der Borgward IG Bremen. Der Ausstellungsraum war bis auf den letzten Quadratmeter mit Arabella, Isabella, Isetta usw. zugestellt. Wir haben uns an den Schaufensterscheiben die Nasen plattgedrückt, da die Türen geschlossen waren. Die Werkstatt wird noch für diesen Zweck betrieben, die Tankstelle ist außer Betrieb.

 

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Das Glück wurde durch das sonnige und warme Wetter komplettiert.
Das Jubiläumsprogramm, natürlich mit den üblichen Corona-Maßnahmen, konnte sich sehen lassen. Für eine Zugfahrt von Bruchhausen-Vilsen nach Asendorf konnten Fahrkarten für die Hin- und Rückfahrt mit entsprechender Platzreservierung erworben werden.

 

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Alle an diesem Ereignis beteiligten ehrenamtlichen Menschen waren stil- und zeitgerecht gekleidet. Das begann beim gesamten Bahnpersonal bis hin zum Fotografen oder zur Magd. Auch der bürgerliche Adel hatte seinen Dresscode angepasst. Bodenlange Kleider für die Damen und Frack mit Zylinder für die Herren. Jede Kleinigkeit entsprach dem damaligen Zeitgeist.

 

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Soviel Enthusiasmus verdient unsere Anerkennung.
Während der Fahrt bekamen wir viele Informationen über die Kleinbahn und konnten einen Sonderdruck der Zeitung „Der Courier“ gegen eine Spende erwerben. Zwischendurch hielt der Zug. Neben der Strecke hatten, fast wie in einem Freilichttheater, Darsteller ihren Auftritt. So erfuhren wir Etliches, was in der damaligen Zeit aktuell und wichtig war. „Marketenderwaren“ wurden feilgeboten und natürlich gekauft. Einige lustige Episoden wurden zum Besten gegeben. Auch ein Oldtimer mit Chauffeur, natürlich im passenden Outfit, rundete das Bild ab.

 

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Da die gesamte Veranstaltung nach dem Thema 120 Jahre Kleinbahn ausgerichtet war, fühlten wir uns in die Zeit zurückversetzt. Man konnte sehen, wieviel Spaß alle Beteiligten an dem Spektakel hatten.
Die Dampflok, die unsere Waggons zog, war 1899 bei der Hannoverschen Maschinenbau AG (Hanomag) gebaut worden, und versah von 1900 bis 1966 von Hoya bis Bücken ihren Dienst. Nach gut zwei Stunden kamen wir sicher und pünktlich wieder in Bruchhausen-Vilsen an. Vielleicht sollte der Vorstand der DB mal zu einer Demofahrt eingeladen werden, um zu sehen wie es geht (der Vergleich hinkt natürlich mehrfach)!
Wir danken allen Beteiligten für dieses großartige Erlebnis an einem super sonnigen Sonntag.
Gut getan hat auch das Treffen mit den TR-Freunden aus Hannover und Bremen. Man merkt immer wieder, wir sind eine große Familie, die auch unter diesen eingeschränkten Bedingungen Anlässe finden, sich zu treffen.

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